Schimmelpilze in Lüftungsanlagen

Schimmelpilze in raumlufttechnischen Anlagen stellen ein Gesundheitsrisiko dar und werden durch mikrobiologische Laboranalysen nachgewiesen.

Raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen) können bei unzureichender Wartung zu einem Reservoir für Schimmelpilze werden. Feuchtigkeit in Befeuchterkammern, Kondensatwannen und Kühlregistern bietet ideale Wachstumsbedingungen. Über die Zuluft gelangen Sporen direkt in die Innenraumluft und erreichen jeden Raum, der von der Anlage versorgt wird.

 

Warum sind Schimmelpilze in der Lüftungsanlage gefährlich?

Schimmelpilze geben Sporen und Stoffwechselprodukte an die Luft ab, die eingeatmet werden. Bestimmte Arten – etwa Aspergillus fumigatus oder Aspergillus versicolor – werden gemäß Biostoffverordnung (BioStoffV) in Risikogruppe 2 eingestuft. Das bedeutet: Sie können beim Menschen Infektionen oder allergische Reaktionen auslösen. Oder auch das “sick building syndrome”.

Besonders problematisch ist, dass eine Kontamination der Lüftungsanlage oft nicht sichtbar ist. Erst eine mikrobiologische Analyse zeigt, ob und welche Schimmelpilzarten in der Zuluft vorhanden sind. Ohne Analyse bleibt das Risiko unerkannt.

 

Welche Grenzwerte gelten für Schimmelpilze in der Innenraumluft?

Die VDI 6022 Blatt 1:2018-01 definiert keine absoluten Grenzwerte für Schimmelpilze in der Luft. Stattdessen gilt das Vergleichsprinzip: Die Zuluft darf hinsichtlich des Keimgehalts und Keimspektrums (Schimmelpilze, Hefen, Bakterien) nicht schlechter sein als die entsprechende Vergleichs Luft. Die Bewertung erfolgt nach dem UBA Schimmelpilzleitfaden. Gewisse Grenzwerte sind dort für Umweltkeime vorhanden.

Für Oberflächenproben definiert die VDI 6022 Blatt 1:2018-01 drei Bewertungsstufen. (Dabei sind TSA/CASO +DG18 Abklatsch und Rodac Platten 55mm vorgegegeben):

  • Bis 25 KBE/25 cm²: Gut oder sehr gut. Kein Handeln erforderlich.
  • 25–100 KBE/25 cm²: Grenzwertig. Ursache suchen und beseitigen. Elemente gründlich reinigen oder demnächst auswechseln.
  • Über 100 KBE/25 cm²: Unzureichend. Ursache suchen und beseitigen. Sofortiges Handeln erforderlich – gründlich reinigen, gegebenenfalls desinfizieren oder austauschen.

Auf Wunsch können Bakterien und Schimmel differenziert betrachtet werden, auch wenn es von der Norm nicht erfordert wird.

 

Wie werden Schimmelpilze in Lüftungsanlagen nachgewiesen?

Der Nachweis erfolgt durch Luftkeimmessungen und Oberflächenproben, die in einem mikrobiologischen Labor ausgewertet werden. Für die Schimmelpilzdifferenzierung sind zwei Nährmedien entscheidend:

  • DG18-Agar: Das enthaltene Glycerin senkt die Wasseraktivität, optimal für Schimmelpilze in trockeneren Umgebungen. Dichloran verlangsamt schnell wachsende Arten und erleichtert die Zählung.
  • MEA (Malzextrakt-Agar): Höhere Wasseraktivität, erfasst ein zusätzliches Spektrum. Bestimmte Pilze – z. B. Chaetomium und Stachybotrys – wachsen ausschließlich oder bevorzugt auf MEA.

BioStates hat in einer Studie mit 614 Probenpaaren nachgewiesen: 94 % der Proben zeigten abweichende Ergebnisse bei alleiniger Verwendung von DG18, und 71 % zeigten zusätzliche Schimmelpilzarten auf MEA. Nur die Kombination beider Nährmedien ergibt ein vollständiges Keimspektrum. Ohne MEA würden die Schnellwachsenden und Feuchtemögenden Pilze fehlen. Deshalb ist die DIE DIN ISO 16000er Reihe in der VDI 6022 verankert.
Zusätzlich erfolgt die Schimmelpilzbewertung der Luftproben bei BioStates in Anlehnung an den UBA-Schimmelleitfaden (Stand November 2017, Tabelle 9).

 

Warum sollte die Analyse durch ein spezialisiertes Labor erfolgen?

BioStates ist ein Labor der Schutzstufe 2 – mit erhöhten Sicherheitsanforderungen und Kompetenz im Umgang mit potenziell pathogenen Mikroorganismen. Das Labor differenziert über 50 Schimmelpilzarten und -gattungen und forscht mit eigenen Projekten wie µVISION (KI-basierte Schimmelpilzerkennung) und µCOUNT (4K-Kamera-Koloniezähler) an schnelleren und präziseren Analysemethoden – in Kooperation mit dem IMLA an der Hochschule Offenburg.
Mit einer DAkkS-Akkreditierung (D-PL-22088-01-00) für die Bestimmung von Schimmelpilzen in Innenraumluft und 24 bestandenen Ringversuchen des Umweltbundesamts sind die Ergebnisse rechtlich verwertbar.

 

Schimmelpilzanalyse beauftragen: Kontakt aufnehmen oder Nährmedien bestellen unter biostates.de

BioStates GmbH
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D-76532 Baden-Baden
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