Hygieneinspektion nach VDI 6022 – Pflicht & Intervall
Eine Hygieneinspektion nach VDI 6022 ist für Betreiber von raumlufttechnischen Anlagen eine anerkannte Regel der Technik und in vielen Fällen rechtlich verpflichtend.
Die VDI 6022 regelt die hygienischen Anforderungen an den Betrieb und die Instandhaltung von RLT-Anlagen. Zur Einhaltung dieser Anforderungen müssen Betreiber in regelmäßigen Zeitabständen durch geschultes Fachpersonal (Kategorie A) Hygieneinspektionen durchführen lassen (VDI 6022 Blatt 1, Punkt 7.1).
Ist eine Hygieneinspektion der Lüftungsanlage Pflicht?
Die Inspektionsintervalle sind in der VDI 6022 klar geregelt:
- Alle 3 Jahre: RLT-Anlagen ohne Befeuchtung und ohne erdverlegte Komponenten.
- Alle 2 Jahre: RLT-Anlagen mit Befeuchtung und mit erdverlegten Komponenten.
Beim Ankerpunkt der Erstinspektion liegt die Bedeutung: Wer jetzt erstmals prüfen lässt, etabliert einen regelmäßigen Rhythmus, der die Betreiberverantwortung dauerhaft absichert. Je länger die Inspektion aufgeschoben wird, desto größer das Risiko – sowohl für die Luftqualität als auch für die Haftung.
Was umfasst eine Hygieneinspektion nach VDI 6022?
Eine Hygieneinspektion besteht aus drei Prüfbereichen:
- Physikalische Prüfung: Erweiterte Sichtprüfung der RLT-Anlage auf Hygienemängel wie Verschmutzung, Rostbildung, Kalkablagerungen, Beschädigungen und Faserausträge.
- Konstruktive Prüfung: Dokumentation und Überprüfung der Anforderungen an alle Anlagenkomponenten – insbesondere hygienerelevante Komponenten, Revisionsöffnungen, Filter, Filterklassen, Filterrahmen und Beschädigungen.
- Mikrobiologische Untersuchung: Oberflächenproben und Luftkeimzahlbestimmung durch ein akkreditiertes Labor. Inkl Schimmelpilzdifferenzierung gemäß Pflicht. Denn ohne LKZM keine Hygieneinspektion Die Zuluft darf hinsichtlich Keimgehalt und Keimspektrum nicht schlechter sein als die Vergleichsluft.
Die Inspektionsergebnisse – physikalisch, konstruktiv und mikrobiologisch – einschließlich der dadurch gegebenenfalls notwendigen Maßnahmen sind dem Nutzer (Auftraggeber) mitzuteilen. Die Dokumentation umfasst Fotos der Anlage, eine Mängelauflistung und den mikrobiologischen Bericht aus einem akkreditierten Labor nach ISO 17025.
Wie finde ich den richtigen Partner für die mikrobiologische Analyse?
Viele Labore verwenden ausschließlich DG18-Agar für die Schimmelpilzdifferenzierung. BioStates hat 2025 in einer eigenen Studie mit 306 Probenpaaren nachgewiesen: 94 % der Proben zeigten abweichende Ergebnisse bei alleiniger Verwendung von DG18, und 71 % zeigten zusätzliche Schimmelpilzarten auf MEA. Bestimmte Pilze – beispielsweise Chaetomium und Stachybotrys – wachsen ausschließlich oder bevorzugt auf MEA.
Durch die Kombination von DG18 und MEA wird das größtmögliche Spektrum an Pilzarten abgedeckt. Labore, die ausschließlich DG18 einsetzen, können ein unvollständiges Keimspektrum liefern.
Wie arbeitet BioStates konkret?
Die VDI 6022 verlangt, dass mikrobiologische Analysen durch Labore mit ausreichender Erfahrung in der Umweltmykologie erfolgen. BioStates ist das erste und einzige VDI-6022-zertifizierte Labor in Deutschland (gui-lab, Prüf-Nr. LAB-6022-108-25) und durch die DAkkS akkreditiert (D-PL-22088-01-00).
Mit über 150 Kunden und mehr als 10.000 versendeten Prüfberichten hat BioStates sich als Partner für Hygieneinspektoren in der DACH-Region etabliert.