In welchen Intervallen
muss geprüft werden?
→ Alle 3 Jahre: RLT-Anlagen ohne Befeuchtung und ohne erdverlegte Komponenten
→ Alle 2 Jahre: RLT-Anlagen mit Befeuchtung und mit erdverlegten Komponenten

Was umfasst eine VDI 6022
Hygieneinspektion?
Physikalische Prüfung
Erweiterte Sichtprüfung der RLT-Anlage auf Hygienemängel wie Verschmutzung, Rostbildung, Kalkablagerungen, Beschädigungen und Faserausträge.
Konstruktive Prüfung
Dokumentation und Überprüfung der physikalischen Anforderungen an alle Anlagenkomponenten – insbesondere hygienerelevante Komponenten, Revisionsöffnungen, Filter, Filterklassen, Filterrahmen und Beschädigungen.
Mikrobiologische Untersuchung
Die mikrobiologische Untersuchung ist das Kernstück der Hygieneinspektion. Im Rahmen der VDI 6022 Mikrobiologie sind zwei Verfahren vorgeschrieben:
→ Oberflächenproben (Abklatschproben): Kontrolle des Hygienezustands an hygienerelevanten Probenahmeorten. Ermittlung der Gesamtkeimzahl mittels TSA/CASO- und DG18-Platten.
→ Luftkeimzahlbestimmung: Vergleich von Keimspektrum und Keimgehalt zwischen Referenzluft und Zuluft. Die Zuluft darf hinsichtlich des Keimgehalts und Keimspektrums (Schimmelpilze, Hefen, Bakterien) nicht schlechter sein als die entsprechende Vergleichsluft.
→ (nicht vorgeschrieben:) Schimmelpilzdifferenzierung: Differenzierung der Schimmelpilzarten mittels TSA/CASO-, DG18- und MEA-Platten (90 mm). Eine Differenzierung der Schimmelpilzarten/-gattungen ist laut der Richtlinie obligatorisch.
Warum sind DG18 und MEA für die
Schimmelpilzdifferenzierung so wichtig?

→ DG18
Das im DG18 enthaltene Glycerin senkt die Wasseraktivität des Agars, was optimal für Schimmelpilze ist, die sich in trockeneren Umgebungen wohlfühlen. Der Stoff Dichloran verlangsamt das schnelle Wachstum bestimmter Schimmelpilze, sodass auch langsamer wachsende Arten identifiziert und gezählt werden können.

→ MEA
MEA hingegen hat eine höhere Wasseraktivität und erfasst ein zusätzliches Spektrum an Schimmelpilzen und Hefen, darunter solche, die bei feuchteren Bedingungen gedeihen. Bestimmte Pilze – beispielsweise Chaetomium und Stachybotrys – wachsen ausschließlich oder bevorzugt auf MEA.


